Schallschutz bei Lüftungsanlagen.
Die wichtigsten Fakten

Dezentrale Lüftung und Schallschutz – bitte leise!

Dezentrale Lüftungsgeräte sorgen zuverlässig für gute und gesunde Luft. In Kombination mit einem klugen Schallschutz zählen Sie unumstritten zu den besten Lüftungslösungen für Wohnräume. Die wichtigsten Fakten zum Schallschutz und zur Geräuschdämmung bei Lüftungsanlagen auf einen Blick.

enovento Schalldämmelement

Schalldämmelement für den Schallschutz

Schallschutz für Wohnraumlüftung auf einen Blick

Dezentrale Lüftung: Frequenz, Schalldruckpegel und Schallschutz

Menschen empfinden Geräusche unterschiedlich laut oder leise. Dabei unterscheidet sich sowohl das subjektive Empfinden als auch das Hörvermögen von Mensch zu Mensch. Was und wie wir hören, hängt außerdem von der Frequenz des Geräusches ab, also seiner Wellenschwingung pro Sekunde. Die Formel lautet: Hohe Frequenz ist gleich hoher Ton, geringe Frequenz ist gleich tiefer Ton.

Geräusche setzen sich allerdings nicht nur aus einem, sondern aus verschiedenen Tönen, mit wiederum unterschiedlichen Frequenzen zusammen: Bei einer professionellen Frequenz-Messung werden daher die verschiedenen Ton-Frequenzen eines Geräusches mit einem Referenzwert gemittelt. Allgemein hört das menschliche Ohr im Frequenzbereich von 20 bis 20.000 Hertz.

Die Lautstärke nehmen wir durch den Schalldruck wahr, also die Luftbewegung an unserem Ohr. In diesem Zusammenhang sprechen wir auch vom Schalldruckpegel oder Lautstärkepegel. Vereinfacht gesagt: Je geringer der Druck bzw. Pegel desto leiser das Geräusch. Die Maßeinheit für den Schalldruck ist Dezibel.

Zur Messung der Lautstärke wird der ermittelte Schalldruck eines Geräusches mit dem sogenannten Basisschalldruck (wissenschaftlich festgelegte Grundgröße) von 0 Dezibel verglichen. Weiterhin korreliert die Lautstärke mit der Frequenz. Wird beispielsweise einer Person ein Ton von 1000 Hertz vorgespielt, empfindet sie diesen Ton wesentlich lauter als den von der Lautstärke her exakt gleichen Ton mit einer Frequenz von nur 50 Hertz.

Die Schalldruckwerte sind nicht absolut, sondern immer relativ zu betrachten. Da der Abstand zur Geräuschquelle eine wesentliche Rolle spielt.

Grenz- oder Richtwerte

Für den Schallschutz und die Geräuschdämmung von Lüftungen gelten derzeit folgende Grenz- oder Richtwerte in Wohnräumen aus der Norm DIN 4109:

  • LIn ≤ 30 Dezibel(A) für Geräusche aus Wasserinstallationen (ausgenommen Spitzen beim Betätigen der Armaturen)

  • LAF,max ≤ 30 Dezibel(A) für Geräusche aus anderen haustechnischen Anlagen, wie zum Beispiel Lüftungsanlagen, wenn diese nicht regelbar sind

Zum Vergleich: Angenehm empfinden wir Lautstärken zwischen 40 und 65 Dezibel. Laut wird es für uns ab etwa 80 Dezibel. 120 Dezibel empfinden wir als schmerzhaft. Ab 85 Dezibel greift der gesetzliche Schallschutz. Die Lautstärke einer Unterhaltung liegt bei circa 50 Dezibel und die des Straßenverkehrs bei circa 80 Dezibel.

Ziel einer lüftungstechnischen Baumaßnahme – egal ob Neubau oder Sanierung – ist daher immer: der geräuscharme Betrieb einer Lüftungsanlage. Denn Wohn- und Lebensqualität hängen eng mit der Lautstärke von Lüftungsanlagen zusammen. Die Lösung: Optimaler Schallschutz als Teil des Lüftungskonzeptes.

Zu laute Lüftungsanlagen? Das sind die Ursachen.

Ausschlaggebend für die Lautstärke einer Lüftung ist unter anderem auch der Luftvolumenstrom. Er gibt an, wie viel Luft in einer bestimmten Zeit durch ein Rohr transportiert wird. Je höher der Luftvolumenstrom, desto lauter die Geräuschkulisse. Anders gesagt: Je schneller die Lüftung läuft und Luft durch die Leitung pumpt, desto lauter wird sie.

Nachdem nicht nur Bewohner und Bauherren sondern in erster Linie die Produktentwickler von zentralen und dezentralen Lüftungsanlagen kontinuierlich um die Frage kreisen „Wie laut darf eine Lüftungsanlage sein?“ und wie halten wir die Grenzwerte für Schallschutz und Geräuschdämmung einer Lüftungsanlage ein, sind brummende Geräte eigentlich Schnee von gestern.

Doch trotz neuester Lüftungstechnik kann es passieren, dass eine Lüftungsanlage plötzlich lauter oder ihr Betrieb als störend empfunden wird. Eine Ursache ist das persönliche Empfinden und die Wahrnehmung, die täglich schwankt und auch vom Wetter abhängig ist.

Andere Ursachen für zu laute Lüftungsgeräusche können sein:

  • altes Gerät
  • defekte Bauteile
  • fehlender Schallschutz und mangelhafte Schalldämmung
  • ungenaue oder unprofessionelle Planung und Konzeption der Lüftungstechnik
  • falscher oder laienhafter Einbau oder zu enge Rohre
  • unpassende Einstellung der Lüftung
  • ungeeignetes Lüftungsgerät für das Bauvorhaben oder die Bauumgebung
  • fehlende oder zu seltene Reinigung und Wartung
  • schlechtes Wetter

Exzellenter Schallschutz: Normalschallpegeldifferenz und Außenschall

Geräusche im Zusammenhang mit Lüftungsanlagen können entstehen

  • durch Lärm von außen (Außenschall oder Durchgangsschall)
  • durch das Gerät selbst, beispielsweise aus dem Geräteraum bei einer zentralen Lüftung
  • durch den Lufttransport über das Leitungssystem (Eigenschall und Telefonie-Effekt)

Für die professionelle Planung einer Lüftungsanlage stellt der Außenschall (Durchgangsschall) eine signifikante Größe dar. Wie gut die Geräuschdämmung einer dezentrale Lüftungsanlage funktioniert und wie effizient sie den Außenschall (Lärm von außen) reduziert, wird durch die Normalschallpegeldifferenz ermittelt.

Dabei gilt: Je größer die Normschallpegeldifferenz einer dezentralen Lüftungsanlage, desto besser die Außenschalldämmung.

Exakte Planung einer dezentralen lueftung

Schallschutz-Konzept: die ideale Planung einer dezentralen Lüftung

Zur Berechnung der Normalschallpegeldifferenz werden die Werte aller Bauteile an der Fassade auf die Fläche umgelegt. Hierfür gelten außerdem gesetzliche Normen – in Abhängigkeit von Standort. Art und Zweck des Gebäudes. Einen hervorragenden Wert für die Normalschallpegeldifferenz erreicht das Laibungselement 60+ von enovento mit einer Außenschalldämmung von 59 Dezibel. Mit dem Schalldämmelement 3K kann dieser Wert noch deutlich über 60 Dezibel steigen.

Entscheidend für den geräuscharmen Betrieb der Lüftung ist außerdem eine maximale Entfernung der Geräuschquelle vom Ohr der Bewohner. Erreicht wird das mittels durchdachter Planung für die Positionierung. Beispielsweise ist es nicht ratsam, dezentrale Lüftungsgeräte neben dem Kopfende eines Bettes oder über dem Sofa zu installieren.

Schalldämpfer wirken dem sogenannten Telefonie-Effekt entgegen. Mit Telefonie ist die Geräuschübertragung über die Rohre und andere Komponenten der Lüftungsanlage gemeint. Die Dämpfer brechen den Schall und sorgen für eine angenehme Lautstärke und die Einhaltung der Grenzwerte. Die Anzahl und Platzierung der Schalldämpfer ist ein wesentlicher Aspekt in einem Lüftungskonzept mit Außenluftdurchlässen. Je mehr Dämpfer, desto leiser, aber das schränkt auch den Volumenstrom ein.

Tipp: Bei bereits installierten Lüftungen können Schalldämpfer jederzeit nachgerüstet werden. Ideal für dezentrale Lüftungsanlagen ist das enovento Schalldämmset-3K.

Dezentrale Lüftung:
Optimaler Schallschutz und Geräuschdämmung

In Sachen Lüftung und Schallschutz geht der Trend klar in Richtung dezentrale Lüftung mit Wärmerückgewinnung. Im Gegensatz zu zentralen Lüftungsanlagen sind dezentrale Lüftungen Lösungen für einzelne Räume. Sie sind günstiger, leichter einzubauen oder nachzurüsten, einfach zu warten und ihre Energieeffizienz ist beispiellos.

Die Anforderungen an den Schallschutz und die Geräuschdämmung von dezentralen Lüftungsanlagen sind hoch und darüber hinaus gesetzlich geregelt. Wichtig für eine hervorragende Wohnqualität ist die Reduzierung des Außenlärms einerseits und die Minimierung der Eigengeräusche andererseits.

Vater und Sohn auf Sofa schlafen Gerauschdeammung

Gut schlafen – mit optimaler Geräuschdämmung einer dezentralen Lüftung

Durch umfassende sowie kluge Konzeption und exakten Einbau hochwertiger, schalldämpfender Komponenten beschränken wir die Schall- und Geräuschquellen einer dezentralen Lüftung auf ein Minimum. Planen Sie den Einbau und den leisen Betrieb einer dezentralen Lüftungsanlage idealerweise mittels Lüftungskonzept und entsprechend der DIN 1946-6 und der EnEV. Hierfür können Sie auch eine Förderung bei der KfW beantragen.

Erfahrene Planer wissen:

  • wie groß die Lüftungsanlage sein muss, damit sie zur Umgebung passt
  • wo die optimale Platzierung ist
  • welches Gerät am besten zur Wohnsituation passt
  • welche Schalldämpfer eine gute Bilanz aufweisen
  • wie viele Schalldämpfer notwendig und ideal sind

Wir beraten Sie individuell!

Wir beraten Sie gerne und individuell zum Einbau von Abluftanlagen oder dezentraler Lüftungsanlagen – mit oder ohne Wärmerückgewinnung – und wir erstellen Ihnen auf Wunsch ein kostenloses Lüftungskonzept.
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